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Bundesregierung legt Sustainable Finance-Strategie vor


Auf Finanzmarktakteure und Unternehmen kommen in Bezug auf Nachhaltigkeit erhebliche Verpflichtungen in den Bereichen Transparenz, Risikomanagement und Wirkungsmessung

zu.


Als ein Kernelement des Europäischen Green Deal hat die Finanzierung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit überragende Bedeutung für die Erreichung der Agenda 2030 sowie der Ziele von Paris. Hierfür sind in den nächsten Jahrzenten Investitionen in erheblichem Umfang nötig.


Das Bundeskabinett hat am 5. Mai 2021 die Deutsche Sustainable Finance-Strategie beschlossen und vorgelegt.



Hierbei hat die Regierung neben der Öffentlichkeit vor allem Finanzmarktakteure und Unternehmen im Blick, denn diese sollen die Transformation umsetzen, bzw. finanzieren. Neben beispielsweise der Stärkung von Sustainable Finance auf europäischer und globaler Ebene, werden auch eine Reihe von Zielen und Maßnahmen vorgeschlagen, die unmittelbare Auswirkungen auf die Aktivitäten von Unternehmen und Finanzmarktakteuren haben. Zu nennen sind hier vor allem die Bereiche Transparenz, Risikomanagement und Wirkungsmessung.


Transparenz verbessern

Um Nachhaltigkeitsentscheidungen bei Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen angemessen berücksichtigen zu können, benötigen Finanzmarktteilnehmer Informationen von Unternehmen im Hinblick auf deren Geschäftsmodelle sowie mögliche Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen. Hierzu sieht die Strategie zukünftig umfangreiche Offenlegungs- und Berichtspflichten für Unternehmen im Bereich der nichtfinanziellen Berichterstattung vor, auf die wir bereits in einem früheren Artikel eingegangen sind. Zudem will sich die Bundesregierung auf EU-Ebene für verbindliche EU-Berichtsstandards einsetzen, die zukünftig das ganze Spektrum der Nachhaltigkeitsaspekte einschließlich konkreter Indikatoren abbilden sollen. Für Anlageprodukte ist zudem eine Nachhaltigkeitsampel vorgesehen, die Hinweise auf die Nachhaltigkeit von Vermögensanlagen geben soll.


Risikomanagement stärken

Der Klimawandel und Nachhaltigkeitsdefizite stellen Risiken dar, die sich sowohl in Form von physischen Risiken (Dürren, Überflutung) als auch durch eine sich verändernde Regulierung (CO2-Preis, Emissionsgrenzen) für Unternehmen und Finanzmarktakteure finanziell materialisieren können. Die Sustainable Finance Strategie will diese Gefahren mittel- bis langfristig durch verbessertes Risikomanagement und Stresstests verringern, um Risiken beispielsweise bereits im Kreditvergabeprozess oder beim Underwriting zu erkennen und adressieren zu können.


Wirkungsmessung verbessern und umsetzen

Für die Bewertung nachhaltiger Wirkungen bestehen bisher keine einheitlichen Rahmenwerke oder Standards. Während der Klimawirkung von Investitionen bereits heute eine hohe Aufmerksamkeit zuteil wird und diese bei Investitionsentscheidungen immer häufiger berücksichtigt wird, geschieht dies bei der Berücksichtigung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele in Investitions- und Finanzierungsentscheidungen kaum. Hier besteht Nachholbedarf, den die Bundesregierung nun durch verbesserte ESG-Wirkungs- und Bewertungsmethoden adressieren will. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die Themen soziale Nachhaltigkeit, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und Anpassung an den Klimawandel gelegt werden.


Nachhaltigkeit in der Außenwirtschaftsfinanzierung

Zukünftig sollen Nachhaltigkeitsaspekte auch bei der Bewilligung von Exportkreditgarantien und Investitionsgarantien stärker berücksichtigt werden. So sollen beispielsweise besonders klimafreundliche Produkte von zusätzlichen günstigen Deckungskonditionen profitieren und Einschränkungen von Vorhaben mit negativen Klimaauswirkungen geprüft werden. Ergebnisse für diesen Bereich will die Bundesregierung bereits im Herbst 2021 bekannt geben.


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