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ESRS E1 Klimawandel: Unternehmen müssen umfangreich zu klimabezogenen Daten & Zielen berichten

Aktualisiert: vor 4 Tagen



Ab diesem Jahr gelten für viele Unternehmen neue Regeln zur Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß der sogenannten Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Im Rahmen dieser neuen Richtlinie müssen Unternehmen künftig nach insgesamt 12 thematischen Standards über ihre wesentlichen Umwelt-, Sozial-

und Governance-Themen berichten.


Warum ist der ESRS E-1 für Unternehmen wichtig?

In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf den Standard zum Klimawandel ESRS E1. Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit und seine Auswirkungen sind bereits heute spürbar. Unternehmen spielen bei der Bekämpfung und Anpassung an den Klimawandel eine entscheidende Rolle. Der Berichtsstandard behandelt daher die Unterthemen Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel und Energie.


Während die Nachhaltigkeitsaspekte der ESRS grundsätzlich unter Wesentlichkeitsvorbehalt stehen, d.h. Unternehmen im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse selbst festlegen müssen, ob über ein Thema berichtet wird, gelten für den Klimastandard ESRS E1 höhere Anforderungen, die gewissermaßen eine Beweislastumkehr bedeuten.


Wenn das Unternehmen feststellt, dass die Auswirkungen des Klimawandels nicht wesentlich sind, und nicht gemäß ESRS E1 berichtet, hat das Unternehmen die Schlussfolgerungen seiner Bewertung der Wesentlichkeit in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels ausführlich darzulegen, einschließlich einer vorausschauenden Analyse der Umstände, die das Unternehmen dazu veranlassen könnten, die Auswirkungen des Klimawandels in Zukunft als wesentlich einzustufen.


Was muss berichtet werden?

Im Wesentlichen sind folgende Aspekte von berichtspflichtigen Unternehmen zu adressieren:  

Klimaschutz:

  • Wie wirkt sich der Klimawandel auf das Unternehmen aus, was sind die potenziellen und tatsächlichen positiven und negativen Auswirkungen, z.B. THG-Emissionen des Unternehmens?

  • Welche Schritte wurden bisher unternommen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken?

  • Welche zukünftigen Pläne gibt es, um die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen?

 

Anpassung an den Klimawandel:

  • Welche Pläne hat das Unternehmen, um sich an die Veränderungen hin zu einer Wirtschaft im Einklang von den Zielen von Paris anzupassen?

  • Welche internen Kapazitäten sind vorhanden, um diese Pläne umzusetzen?

 

Maßnahmen zur Risikominderung und Nutzung von Chancen:

  • Welche weiteren Maßnahmen werden ergriffen, um klimabezogene Risiken zu vermeiden, zu begrenzen oder zu beseitigen?

  • Wie werden diese Risiken und Chancen gemanagt?

  • Welche finanziellen Auswirkungen sind damit verbunden?



Übergangsplan zur Eindämmung des Klimawandels (E1-1)

Das Fundament des ESRS E1 ist ein detaillierter Übergangsplan. Ziel des Übergangsplans ist es, ein Verständnis der bisherigen, aktuellen und zukünftigen Klimaschutzbemühungen des Unternehmens zu ermöglichen. So soll sichergestellt werden, dass beispielsweise Strategie und Geschäftsmodell mit dem Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft und mit der Begrenzung der globalen Erwärmung entsprechend des Abkommens von Paris vereinbar sind.


Der Standard sieht vor, dass Unternehmen u.a. folgenden Informationen in ihren Übergangsplänen offenzulegen haben:


  • Welche Klimaziele werden verfolgt und stehen diese im Einklang mit dem 1,5 Grad Ziel?

  • Erklärung und Erläuterung der Dekarbonisierungshebel und geplanten Maßnahmen, einschließlich Änderungen im Produkt- und Dienstleistungsportfolio und im Hinblick auf die Einführung neuer Technologien zur Erreichung der Ziele.

  • Offenlegung, durch welche Investitionen und Finanzmittel das Unternehmen die Umsetzung des Plans finanziert.

  • Eine qualitative Bewertung der potenziell gebundenen Treibhausgasemissionen der wichtigsten Vermögenswerte und Produkte des Unternehmens einschließlich einer Erläuterung, ob und wie diese Emissionen das Erreichen der THG-Emissionsreduktionsziele des Unternehmens gefährden und ob diese das Übergangsrisiko erhöhen sowie der Umgang mit diesen Vermögenswerten und Produkten.

  • Falls zutreffend, eine Erläuterung des Unternehmens zur Anpassung seiner wirtschaftlichen Tätigkeiten an die Taxonomie-Verordnung (EU).

  • Eine Erläuterung, wie der Übergangsplan in die allgemeine Geschäftsstrategie und Finanzplanung des Unternehmens eingebettet und abgestimmt ist und ob er von den Verwaltungs-, Geschäftsführungs- und Aufsichtsorganen des Unternehmens genehmigt wurde.

  • Eine Erklärung zu den Fortschritten des Unternehmens bei der Umsetzung des Übergangsplans.


Klimabezogene Ziel- und Berichtsvorgaben (E1-4) werden überprüfbar

Demnach sollen Unternehmen ihre selbstgesetzt Klimaziele zur Verringerung der THG-Emissionen (Scope 1, 2, 3), aber auch andere Ziele, z.B. für den Einsatz erneuerbarer Energien oder Energieeffizienz offenlegen und erklären, ob diese wissenschaftlich fundiert sind und mit einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad vereinbar sind. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass der Abbau von Treibhausgasen durch Kohlenstoffgutschriften („Offsets“) nicht auf die Erreichung der THG-Emissionsreduktionsziele angerechnet werden kann.


Energieverbrauch (E1-5) muss offengelegt werden

Unternehmen müssen zukünftig entsprechend E1-5 Informationen über ihren Energieverbrauch und ihre Energiequellen bereitstellen, einschließlich des Anteils erneuerbarer Energien. Die Offenlegung soll dabei den Verbrauch von nicht erneuerbaren Quellen in verschiedenen Sektoren (z.B. Kohle, Öl, Gas) sowie von erneuerbaren Quellen umfassen. Zudem werden Unternehmen verpflichtet, auch die Energieintensität (Verhältnis von Energieverbrauch zu Nettoumsatz) in klimasensitiven Sektoren offenzulegen.


Treibhausgasemissionen für die Scope 1-3 (E1-6)

Ähnlich wie beim Energieverbrauch fordert die Offenlegungsanforderung E1-6 von Unternehmen, dass sie ihre THG-Emissionen offenlegen. Dabei müssen sie ihre Brutto-GHG-Emissionen in Scope 1 (direkte Emissionen), Scope 2 (indirekte Emissionen durch den Energieverbrauch) und Scope 3 (Emissionen, die in der Wertschöpfungskette außerhalb von Scope 1 und 2 entstehen) sowie die Gesamt-GHG-Emissionen offenlegen. Die Offenlegung soll ein Verständnis der direkten und indirekten Auswirkungen der Unternehmensaktivitäten auf den Klimawandel vermitteln und als Grundlage dienen, um Fortschritte bei der Reduzierung der Emissionen zu messen. Die Offenlegung ist auch wichtig, um die Klimarisiken des Unternehmens besser zu verstehen.


Nutzung von Emissionsgutschriften (E1-7) wird eingeschränkt

Der ESRS E1 versteht den Kauf von Emissionsgutschriften eher als Mittel zur Finanzierung von Klimaschutzprojekten an anderer Stelle als zum Ausgleich der eigenen Emissionen. Der Standard verlangt deshalb vom Unternehmen die Angabe, ob es Emissionsgutschriften getrennt von den THG-Emissionen und den THG-Emissionsreduktionszielen verwendet (Offenlegungsanforderung E1-4). Der Standard fordert Transparenz über die Menge der erworbenen Emissionsgutschriften und deren Qualität. So muss beispielweise genau offengelegt werden, welche Qualitätsstandards bei den Projekten berücksichtigt werden.


Klimabedingte Übergangsrisiken und physische Risiken (ESRS 2 IRO-1 und E1-9)

Gemäß Querschnittnorm IRO-1 und E1-9 sollen Unternehmen künftig auch beschreiben, wie sie klimabezogene Auswirkungen, Risiken und Chancen identifizieren und bewerten und welche Auswirkungen und Wechselwirkungen es mit der Strategie und dem Geschäftsmodell des Unternehmens gibt. Dazu gehört die Betrachtung von Treibhausgasemissionen, physischen Risiken entlang der Wertschöpfungskette und Übergangsrisiken. Zudem sieht die Offenlegungsanforderung vor, wie klimabezogene Szenarioanalysen genutzt wurden, um diese Faktoren über verschiedene Zeithorizonte zu bewerten.


Insgesamt lässt sich festhalten, dass durch den ESRS E1 erhebliche Berichtsanforderungen im Hinblick auf klimabezogene Daten, Ziele, Maßnahmen, finanziellen Auswirkungen und Fortschrittsmonitoring auf berichtspflichtige Unternehmen zukommen werden.


Wollen Sie mehr erfahren und sich auf die kommenden Anforderungen vorbereiten? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf unter info@planet-now.com

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