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Die Klimakrise ist nicht geschlechtsneutral: Frauen sind stärker vom Klimawandel betroffen

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen, mit denen unser Planet heute konfrontiert ist. Eines ist sicher: Die Klimakrise ist nicht "geschlechtsneutral". Sie betrifft Frauen in unverhältnismäßig hohem Maße. Frauen, vor allem in Entwicklungsländern, sind oft stärker von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Auf der anderen Seite sind Frauen besonders effektive Katalysatoren für positive Veränderung. Frauen auf der ganzen Welt sind führend, wenn es darum geht, innovative Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels zu finden. Umso wichtiger ist es, die Genderperspektive bei allen Klimaschutzmaßnahmen mitzudenken und noch mehr Frauen in Führung zu bringen.




In diesem Artikel geben wir einen Überblick, wie sich der Klimawandel auf Frauen auswirkt und was getan werden kann, um diesen Herausforderungen Rechnung zu tragen.


Erhöhte Arbeitsbelastung: In Afrika südlich der Sahara verbringen Frauen jedes Jahr schätzungsweise 40 Milliarden Stunden mit dem Sammeln von Wasser. In einigen Gebieten legen Frauen täglich bis zu 6 Kilometer zurück, um Wasser zu holen - eine Aufgabe, die durch Dürren und andere klimabedingte Faktoren immer schwieriger wird (The World's Women 2015: Trends and Statistics).


Gesundheitliche Risiken: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation machen Frauen und Kinder 80 % der 26 Millionen Menschen aus, die jedes Jahr durch klimabedingte Katastrophen vertrieben werden. Frauen sind auch anfälliger für Krankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber und das Zika-Virus, die sich im Zuge der Klimaerwärmung weiter ausbreiten werden.


Ernährungsunsicherheit: In Entwicklungsländern produzieren Frauen einen erheblichen Teil der Nahrungsmittel, haben aber oft keinen Zugang zu Ressourcen wie Land, Kredite und Informationen. Hinzukommt, dass der Klimawandel durch Dürren und vermehrte Wetterextreme, wie Starkregenereignisse auch die Nahrungsmittelproduktion erschweren wird. Einigen Schätzungen zufolge könnten die Erträge von Nutzpflanzen wie Reis, Weizen und Mais bis 2050 um bis zu 25 % zurückgehen (Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)).


Migration: Frauen werden durch klimabedingte Katastrophen eher vertrieben als Männer. Laut einem Bericht des Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) aus dem Jahr 2018 betrug der Anteil der Frauen an der Gesamtzahl der durch klimabedingte Katastrophen vertriebenen Personen zwischen 2008 und 2015 weltweit durchschnittlich 80%. In einigen Ländern und Regionen, insbesondere in Afrika südlich der Sahara, können Frauen sogar bis zu 90% der durch klimabedingte Katastrophen Vertriebenen ausmachen. Auf der Flucht sind sie dabei häufiger von körperlicher und sexualisierter Gewalt, Zwangsprostitution und Ausbeutung betroffen.


Wasserknappheit: In vielen Entwicklungsländern sind Frauen für die Wasserversorgung für den Hausgebrauch zuständig. Da der Klimawandel zu Wasserknappheit führt, müssen Frauen unter Umständen weitere Wege zurücklegen und länger warten, um an Wasser zu gelangen. In einigen Gebieten verbringen Frauen bis zu sechs Stunden am Tag mit dem Wasserholen.


Bewältigung von Umweltkatastrophen: Frauen und Kinder sterben bei Katastrophen mit 14-mal höherer Wahrscheinlichkeit als Männer, unter anderem, weil sie später gewarnt werden, seltener schwimmen können und sich auf der Flucht um Angehörige kümmern. Beim Tsunami 2004 in Asien waren 70% der Todesopfer Frauen. Von den Opfern des Zyklons Nargis in Myanmar 2008 waren 61 % Frauen und Mädchen.


Frauen sind wesentliche Treiber für positive Veränderung


Frauen spielen eine wesentliche Rolle bei Klimaverhandlungen, als Triebkräfte für Veränderungen und im Umgang mit natürlichen Ressourcen. So sind einige der wirksamsten Befürworterinnen von ehrgeizigeren Klimaschutzmaßnahmen Frauen. In vielen Ländern stehen sie an der Spitze der Klimabewegung. Die ehemalige Exekutivsekretärin des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, Christina Figueres, und die Menschenrechts- und Klimagerechtigkeitsaktivistin Mary Robinson sind nur zwei Beispiele. Greta Thunberg’s Aktivismus in Schweden inspirierte die globale Friday’s For Future Bewegung und Luisa Neubauer ist in Deutschland ihr Gesicht.


Klimaschutzmaßnahmen müssen Genderperspektive mitdenken


Klimaschutzmaßnahmen können die Genderperspektive am besten berücksichtigen, indem sie anerkennen, dass der Klimawandel Männer und Frauen unterschiedlich betrifft, und indem sie geschlechtsspezifische soziale, wirtschaftliche und politische Faktoren bei der Entwicklung und Umsetzung von Klimapolitiken und -strategien berücksichtigen. Im Folgenden werden einige Möglichkeiten aufgezeigt, wie Klimaschutzmaßnahmen die Genderperspektive berücksichtigen können:


Nach Geschlecht aufgeschlüsselte Daten: Die Sammlung und Analyse von nach Geschlechtern aufgeschlüsselten Daten kann dazu beitragen, die unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels auf Männer und Frauen zu verstehen und genderspezifische Herausforderungen und Bedürfnisse zu ermitteln.


Genderspezifische Politiken: Klimapolitik und -strategien sollten geschlechtersensibel sein und die unterschiedlichen Rollen, Verantwortlichkeiten und Bedürfnisse von Männern und Frauen berücksichtigen. Dazu gehört auch die Gewährleistung des gleichberechtigten Zugangs zu Ressourcen, Dienstleistungen und Entscheidungsprozessen für Männer und Frauen.


Gezielte Frauenförderung: Die Stärkung der Rolle der Frauen kann ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels erhöhen und ihre Fähigkeit verbessern, zu Klimaschutzmaßnahmen beizutragen. Dies kann Maßnahmen wie die Förderung der Bildung, der wirtschaftlichen Möglichkeiten und der politischen Beteiligung von Frauen umfassen.


Geschlechtergerechte Klimafinanzierung: Die Klimafinanzierung sollte geschlechtergerecht sein und sicherstellen, dass die Mittel für Projekte und Initiativen bereitgestellt werden, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Prioritäten von Männern und Frauen eingehen.


Genderspezifisches Monitoring und Evaluierung: Die Überwachung und Bewertung von Klimaschutzmaßnahmen sollte geschlechtsspezifisch erfolgen, um sicherzustellen, dass die Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter verfolgt werden und dass Politiken und Strategien angepasst werden, um geschlechtsspezifische Herausforderungen oder Hindernisse anzugehen.


Nur durch die Einbeziehung der Genderperspektive in die Klimaschutzmaßnahmen kann sichergestellt werden, dass die Maßnahmen und Strategien wirksam, gerecht und integrativ sind und dass Männer und Frauen gleichermaßen von den Vorteilen der Klimaschutzmaßnahmen profitieren.


Möchten Sie mehr darüber erfahren? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf unter info@planet-now.com.

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